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Penelopes - — Wir bleiben!
Dorndorf / Sachsen-Anhalt, 2004
Beteiligte
| Konzept und Regie | Nina Gühlstorff & Doro Schroeder |
| Ausstattung | Sabine Böß |
| mit | Andreas Bittl, Stefanie Dietrich, Dagmar Lautemann und Bewohner*innen von Dorndorf und Umgebung |
Im Sommer 2004 lebte das Team von “Penelopes” in Dorndorf in der Nähe von Naumburg/Saale und sprach mit den Bewohner*innen über das “Weggehen” und das “Bleiben”. Diese Gespräche waren Grundlage für das Theaterstück: Das ganze Dorf wurde zur Bühne: der Fluss, die Gärten, Scheunen, Küchen und Wohnzimmer. Vor der Folie des Odysseus-Mythos kamen die Penelopes zu Wort: Dorndorferinnen und Dorndorfer erzählten ihre ureigenen Geschichten vom Bleiben, unterstützt von drei professionellen Schauspielenden.
Mitteldeutsche Zeitung
Man kann das Projekt nicht loben, ohne auf ein paar Wunder zu sprechen zu kommen. Die Theaterleute, eine Handvoll Profis insgesamt, haben es geschafft, eine Vielzahl von Laien für eine Idee zu begeistern und bei der Stange zu halten. Das setzt, Wunder Nummer zwei, einen Vorschuss an Vertrauen und Bereitschaft voraus, Intimität zuzulassen. Schließlich rücken einem da Wildfremde auf die Pelle, sogar auf den Hof! Man spürt eine tiefe Aufrichtigkeit, die dem ganzen Unterfangen den inneren Halt verleiht. (…) Es sind vornehmlich die erzählten Geschichten – und die Szenenbilder, an die man sich erinnern wird. Da öffnen sich in der Geschichtenstraße, einer gewöhnlichen, plötzlich märchenhaft verwandelten Dorfstraße, die Hoftore, Frauen und Männer treten heraus, die tragen (auch die Männer!) ein Strickzeug in den Händen und erzählen vom Fliegertraum, den sich die Jungen nach Kriegsende auf dem Wehrmachtsflugplatz bei Dorndorf erfüllen wollten, vom Hierbleiben nach verpasster West-Flucht, vom Ankommen eben. Alle warten auf Odysseus’ Heimkehr und fernen Gestaden. Dabei ist er schon da. Und alle Erzähler heißen Penelope. (…) Dorndorf ist stark, wenn es bei sich bleibt. So feiert es sich am Ende selber im hinreißend ausgemalten Kirchlein.
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